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Qualitätsziel

Indikation

Oft eine angemessene Indikation anhand klinischer (Schmerzen und Bewegungseinschränkung) und röntgenologischer Kriterien

Hintergrund des Qualitätsindikators

Bei der Hüft-TEP handelt es sich um einen elektiven Eingriff. Eine strenge Indikationsstellung zum Eingriff ist daher zu fordern.

Die europäische multidisziplinäre Leitlinie der EULAR (Zhang et al. 2005) definiert therapierefraktäre Schmerzen und Beweglichkeitseinschränkung in Verbindung mit radiologischen Arthrosezeichen als Indikation zum Hüftgelenkersatz. Die Kriterien Schmerz, Beweglichkeit und Röntgenbefund gehen in die Berechnung des Indikators ein. Um den Gelenkverschleiß im Datensatz zu quantifizieren, wurden die radiologischen Kriterien des Kellgren- und Lawrence-Scores (Kellgren & Lawrence 1957) durch die BQS-Fachgruppe Orthopädie und Unfallchirurgie übernommen und in ein Punkteschema überführt.

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006

Im Strukturierten Dialog 2007 zum Erfassungsjahr 2006 wurden v.a. Dokumentationsprobleme von den angeschriebenen Krankenhäusern angegeben. Von 423 angeschriebenen Krankenhäusern waren nach Abschluss des Strukturierten Dialogs nur sechs Krankenhäuser auffällig, aber immerhin weitere 321 werden gezielt im Folgejahr beobachtet.

Bewertung der Ergebnisse 2007

Die Gesamtrate der Fälle, welche die klinischen und radiologischen Indikationskriterien erfüllen, ist 2007 gegenüber den Vorjahren weiter angestiegen (2005: 72,4%, 2006: 76,1%, 2007: 81,4%). Sie liegt aber weiterhin unter dem Referenzbereich von 90%. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse von 1,0 bis 100,0% ist aus Sicht der BQS-Fachgruppe kritisch. Eine Interpretation der sehr niedrigen Raten muss auf der Basis der Analysen aus dem Strukturierten Dialog erfolgen.

Die Erfassung der Indikationsstellung zur Hüft-TEP mithilfe eines Qualitätsindikators ist methodisch schwierig, da die Spezifika jedes Einzelfalls nicht gesondert abgefragt und abgebildet werden können. Die im Qualitätsindikator definierten Kriterien stellen aber Mindestanforderungen dar, die nur in sehr seltenen Ausnahmefällen nicht erfüllt sein sollten. Die Anwendung der Neutral-Methode zur Beweglichkeitsbestimmung und v.a. die Anwendung des modifizierten Kellgren & Lawrence-Scores zur Beschreibung der Arthrose im Röntgenbild stellen anerkannte und standardisierte orthopädische Untersuchungsmethoden dar. Die BQS-Fachgruppe legt sich daher weiterhin auf einen Referenzbereich von mindestens 90% fest.