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Qualitätsziel

Präoperative Verweildauer

Kurze präoperative Verweildauer

Hintergrund des Qualitätsindikators

Gründe für eine Verzögerung einer verzögerten operativen Behandlung einer Hüftfraktur können z.B. internistische Vorerkrankungen, der Zeitbedarf zum Einholen der Operationseinwilligung bei einem Vormund, aber auch Wartezeiten bei der Diagnostik oder fehlende Operationskapazitäten sein. Zeitverzögerungen können mit höheren Komplikationsraten, z.B. Thrombosen, Lungenembolien oder Dekubitalulzera einhergehen. Bezüglich des Einflusses des Operationszeitpunkts auf die Sterblichkeit sind die Studienergebnisse jedoch widersprüchlich (z.B. Orosz et al. 2004, Moran et al. 2005, Weller et al. 2005, Majumdar et al. 2006, Petersen et al. 2006, Veerbeck et al. 2008). Aktuelle Analysen belegen, dass in der Versorgungspraxis die Wartezeiten auf den Eingriff regional sehr unterschiedlich ausfallen (Smektala et al. 2008).

In der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (Stürmer 1999) wird bei osteosynthetischer Versorgung eine „Sofortoperation“ empfohlen und bei endoprothetischer Versorgung eine „dringliche Frühversorgung“. Die operative Versorgung von über 65-jährigen Hüftfraktur-Patienten innerhalb von 48 Stunden ist ein Qualitätsindikator des „Healthcare Quality Indicators“ (HCQI) Projekts der OECD (Mattke et al. 2008).

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006

Der Strukturierte Dialog zum Erfassungsjahr 2006 zeigte, dass von 233 im Bereich der Schenkelhalsfrakturen um eine Stellungnahme gebetenen Krankenhäusern 18 als qualitativ auffällig eingestuft wurden und für 131 eine besondere Beobachtung im Folgejahr vorgesehen ist.

Bewertung der Ergebnisse 2007

Eine verzögerte operative Versorgung einer Hüftgelenkfraktur, insbesondere einer Schenkelhalsfraktur (SHF), erhöht die Gefahr von Komplikationen. Die BQS-Fachgruppe ist der Überzeugung, dass, gleichgültig um welche Art von Fraktur es sich handelt, in der Regel innerhalb von 48 Stunden die Operation durchgeführt werden sollte. Dazu wurde ein Referenzbereich von ≤15% (später als 48 Stunden versorgter Fälle) definiert. Dieser Referenzbereich wurde 2007 mit 12,9% (Spannweite 0,0 bis 64,0%) unterschritten. Gegen­über 2006 (12,3%) handelt es sich um eine geringe Verschlechterung der Gesamtrate.

Eine weitergehende Analyse zeigt, dass Patienten, die an einem Freitag mit einer Hüftfraktur aufgenommen werden und in der Folge mit einer Endoprothese versorgt werden müssen, häufig länger als 48 Stunden auf die operative Versorgung warten müssen (20,2%). Die BQS-Fachgruppe sieht die Notwendigkeit, diese Entwicklung auch im Rahmen neuer Anforderungen des Arbeitszeitgesetzes und teilweise ärztlicher Personalknappheit in den Krankenhäusern zu diskutieren.