Qualitätsziel
Oft eine angemessene Indikation anhand der klinischen Symptomatik,
röntgenologischer Kriterien oder Entzündungszeichen
Hintergrund des Qualitätsindikators
Die Diagnose der Prothesenlockerung wird in Zusammenschau von klinischen, laborchemischen und radiologischen Befunden gestellt. Zunächst ist die Röntgenuntersuchung des betroffenen Gelenks in zwei Ebenen notwendig. Veränderungen der Knochendichte und Lysesäume im Röntgenbild sind hier wegweisend. Eine Bestimmung laborchemischer Entzündungsparameter und bei Infektionsverdacht eine Gelenkpunktion sind notwendig, um bereits vor der anstehenden Wechseloperation mögliche Erreger und deren Antibiotikaresistenzen zu identifizieren (Stürmer 2001). Männliches Geschlecht und Komorbidität sind möglicherweise beeinflussende Faktoren für ein Versagen des Implantats mit notwendiger Reoperation (Johnsen et al. 2006).
Ob hohes Körpergewicht der Patienten sich negativ auf die Standzeit der Hüft-Endoprothesen auswirkt, ist umstritten. Die Studienergebnisse sind hier widersprüchlich (z.B. Horan 2006, McLaughlin & Lee 2006, Patel & Abrizio 2006).
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Im Strukturierten Dialog 2007 zum Erfassungsjahr 2006 wurden v.a. Dokumentationsprobleme von den Krankenhäusern angegeben. Von 31 um Stellungnahme gebetenen Krankenhäusern war nach Abschluss des Strukturierten Dialogs ein Krankenhaus qualitativ auffällig. 13 Krankenhäuser werden gezielt im Folgejahr weiter beobachtet.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Neben Schmerzen gelten röntgenologische bzw. Entzündungszeichen als Indikationskriterien für einen Endoprothesenwechsel. Die Gesamtrate der Patienten, welche die von der BQS-Fachgruppe definierten Mindestkriterien erfüllten, war im Jahre 2007 mit 91,4% ähnlich hoch wie im Vorjahr (91,6%). Wie im Vorjahr ist im Strukturierten Dialog zu klären, unter welcher Indikation die restlichen Fälle (8,6%) operiert wurden. Insgesamt kann das Ergebnis als Ausdruck guter Versorgungsqualität gewertet werden.