Qualitätsziel
Nur Stenosen operieren mit einem Stenosegrad ≥50% (NASCET) bei symptomatischer Karotisstenose
Hintergrund des Qualitätsindikators
Nach Ergebnissen internationaler prospektivrandomisierter Multicenter-Studien besteht eine Indikation zur operativen Therapie der symptomatischen Karotisstenose, wenn der Stenosegrad über 50% (NASCET) beträgt (Biller et al. 1998). Bei diesen Patienten ist das Risiko, im Verlauf der folgenden fünf Jahre einen ipsilateralen Schlaganfall zu erleiden, gegenüber Patienten mit alleiniger medikamentöser Therapie deutlich vermindert.
Für symptomatische Karotisstenosen mit einem Stenosegrad von mindestens 70% (NASCET) beträgt die absolute Risikoreduktion 16%. Bei einem Stenosegrad von 50 bis 69% (NASCET) liegt die Reduktion des absoluten Risikos immerhin noch bei 4,6% (Eckstein 2004). Patienten mit Stenosen unter 30% (NASCET) werden durch die Operation gefährdet.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Der Strukturierte Dialog 2007 zu den Ergebnissen des Erfassungsjahres 2006 wurde in allen Bundesländern durchgeführt. 25 Krankenhäuser wurden als rechnerisch auffällig gemeldet. An sieben Krankenhäuser wurde ein Hinweis verschickt, die Landesgeschäftsstellen baten 18 Krankenhäuser um eine Stellungnahme. Der überwiegende Anteil der Krankenhäuser (16 Krankenhäuser; 89%) begründete die Abweichung des Krankenhausergebnisses mit Dokumentationsproblemen. Nach Abschluss des Strukturierten Dialogs stehen von den 25 numerisch auffälligen Krankenhäusern elf unter Beobachtung im Folgejahr. Kein Krankenhaus wurde als qualitativ auffällig eingestuft.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Die Gesamtrate von 96,6% für das Jahr 2007 zeigt weiterhin ein sehr gutes Ergebnis. In den Jahren 2003 bis 2006 wurden Ergebnisse von 95,3 bis 96,4% erreicht. Dies kann als Ausdruck einer sehr guten Versorgungssituation auf stabilem Niveau über die gesamten fünf Jahre gewertet werden.
Die Spannweite der Ergebnisse für Krankenhäuser mit mindestens 20 Fällen lag für das Jahr 2007 zwischen 70,0 und 100%. Eine größere Spannweite wurde lediglich im Jahr 2003 erreicht (31,9 bis 100,0%). Allerdings ist zu beachten, dass im Jahr 2007 lediglich sechs von 166 Krankenhäusern mit ihren Werten unterhalb des Referenzbereichs von mindestens 90% lagen. In den Jahren 2003 bis 2006 lag diese Anzahl bei zwölf, sieben, sechs bzw. zehn Krankenhäusern. Eine strenge Indikationsstellung ist für die Erhaltung einer exzellenten qualitativen Versorgungssituation unverzichtbar. Im Rahmen des Strukturierten Dialogs muss daher mit den wenigen numerisch auffälligen Krankenhäusern unbedingt eine Diskussion der erzielten Ergebnisse erfolgen. Auf die Einhaltung der Indikationskriterien ist hinzuweisen und gegebenenfalls muss ein Maßnahmenkatalog vereinbart und dessen Umsetzung im Folgejahr überprüft werden.