Qualitätsziel
Asymptomatische Stenose ohne kontralateralen Befund: angemessen niedrige Rate an perioperativen Schlaganfällen oder Todesfällen
Hintergrund des Qualitätsindikators
Die Karotisthrombendarteriektomie ist eine prophylaktische Operation, die dem Schlaganfall vorbeugen soll. Das Risiko der Operation darf daher das Risiko bei natürlichem Verlauf nicht übersteigen. Bei Patienten mit asymptomatischer Karotisstenose von mindestens 60% (NASCET), bei denen nicht gleichzeitig eine kontralaterale Stenose von mindestens 75% (NASCET) vorliegt, darf die Rate an perioperativen Schlaganfällen oder Todesfällen 3% nicht überschreiten, wenn der Patient von der Operation profitieren soll (Biller et al. 1998, ACST Collaborative Group 2004).
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Im Strukturierten Dialog 2007 zum Erfassungsjahr 2006 wurden 17 von 22 numerisch auffälligen Krankenhäusern um eine Stellungnahme gebeten. In allen Bundesländern wurde dieser Indikator für den Strukturierten Dialog eingesetzt. Als Grund für die Ergebnisauffälligkeit gaben vier Krankenhäuser Dokumentationsprobleme an, ein Krankenhaus ein besonderes Patientenkollektiv und neun Krankenhäuser unvermeidbare Einzelfälle. Keines dieser Krankenhäuser wurde abschließend als qualitativ auffällig eingestuft, allerdings stehen vier Krankenhäuser im Folgejahr unter Beobachtung.
Bewertung der Ergebnisse 2007
146 von 11.141 Patienten mit einer asymptomatischen Karotisstenose ohne kontralateralen Befund ≥75% haben während des stationären Aufenthaltes zur Karotis-Rekonstruktion einen Schlaganfall erlitten oder sind verstorben. Dies entspricht einer Gesamtrate von 1,3%. Ein Vergleich mit den Vorjahren (2006: 1,3%; 2005: 1,4%, 2004: 1,7% und 2003: 2,0%) zeigt, dass die Gesamtrate stets deutlich unterhalb des geforderten Referenzbereichs lag. Während in den Jahren 2003 bis 2005 eine stetige Verbesserung des Gesamtergebnisses erkennbar war, sind die Gesamtraten der letzten drei Jahre als nahezu identisch zu interpretieren. Insgesamt lassen die Ergebnisse auf eine gute Versorgungssituation auf stabilem Niveau schließen.
Die Spannweite der Ergebnisse für Krankenhäuser mit mindestens 20 Fällen lag zwischen 0,0 und 11,4% und ist kritisch zu bewerten. Eine größere Spannweite konnte lediglich für das Jahr 2003 beobachtet werden (0,0 bis 13,3%). 42 (22,2%) von 189 Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen lagen mit ihren Ergebnissen außerhalb des Referenzbereichs. Für die Jahre 2003 bis 2006 lag dieser Anteil bei 14,6%, 18,0%, 20,0% und 16,1%. Somit wurde im Jahr 2007 der bisher höchste Anteil beobachtet.
Eine gleichbleibende Gesamtrate und ein steigender Anteil an Krankenhäusern mit auffälligen Ergebnissen können als Hinweis auf eine sich öffnende Schere in der Versorgungsqualität gedeutet werden. Dieser Sachverhalt ist unbedingt diskussionsbedürftig.