Qualitätsziel
Selten Wundhämatome/Nachblutungen
Hintergrund des Qualitätsindikators
Die Wechseloperation eines künstlichen Kniegelenks geht – mehr noch als die Primärimplantation – aufgrund größerer Knochenresektionsflächen mit freiliegender Spongiosa, Markraumeröffnung und Weichteilwundflächen mit erheblichen Blutverlusten einher.
Wundhämatome verursachen Schmerzen und können zu Kompressionsschäden führen. Sie stellen darüber hinaus einen idealen Nährboden für Bakterien dar. Infektionen gelten wiederum als eine der schwersten Komplikationen in der Endoprothetik. Nachblutungen und Wundhämatome machen in der Regel erneute Revisionseingriffe erforderlich.
Zur Rate an Blutungskomplikationen bei Knie-TEP-Wechseleingriffen liegen wenige Literaturangaben vor. Die Metaanalyse von Saleh et al., in der acht Publikationen analysiert wurden, nennt eine gemittelte Rate an postoperativen Wundhämatomen von 4,3% (Saleh et al. 2002). Diese Rate entspricht in ihrer Größenordnung den Angaben des Scottish Intercollegiate Guidelines Network in der Leitlinie zur Thromboseprophylaxe von 5% (SIGN 2002).
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Im Strukturierten Dialog 2007 zum Erfassungsjahr 2006 war von 13 um Stellungnahme gebetenen Krankenhäusern nach Abschluss des Strukturierten Dialogs kein Krankenhaus qualitativ auffällig. Sieben Krankenhäuser werden gesondert im Folgejahr beobachtet.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Revisionspflichtige Wundhämatome führen dazu, dass sich der Patient erneut dem Risiko einer Operation unterziehen muss. Die Wundhämatomrate von 2,9% entsprach dem Vorjahresergebnis (3,0%). Die Spannweite der Ergebnisse (0,0 bis 30,8%) ist auffallend. Insgesamt ist das Ergebnis aber im erwarteten Bereich.