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Qualitätsziel

Postoperative Beweglichkeit: postoperative Beweglichkeit von mindestens 0/0/90

Möglichst oft postoperative Beweglichkeit Extension/Flexion von mindestens 0/0/90

Hintergrund des Qualitätsindikators

Ziel des künstlichen Kniegelenkersatzes ist die Wiederherstellung einer schmerzfreien Kniegelenkbeweglichkeit und -belastbarkeit. Während Schmerzen und die funktionelle Belastbarkeit nur subjektiv erfasst werden können, lässt sich die passive postoperative Beweglichkeit mit der international etablierten Neutral-Null-Methode objektiv untersuchen. Allerdings scheint die Reliabilität bei der Bestimmung der Beugung höher zu sein als bei der Bestimmung der Streckung des Kniegelenks (Käfer et al. 2005).

Patientenbedingte Einflussfaktoren auf das Behandlungsergebnis, wie z.B. die präoperative Bewegungseinschränkung und die Compliance des Patienten (Ayers et al. 1997, Ritter et al. 2003, Sharma et al. 1996), sind zu unterscheiden von operationstechnischen und organisatorischen Einflussfaktoren (Buvanendran et al. 2003, Dowsey et al. 1999, Ranawat 2003, White et al. 1999).

Die BQS-Fachgruppe Orthopädie und Unfallchirurgie fordert als Ergebnisqualitätsparameter eine vollständige aktive Streckung sowie eine aktive Beugung bis 90 Grad zum Zeitpunkt der Entlassung. Dieses funktionelle Ergebnis stellt eine Grundlage für ein normales Gangbild und die weitere aufbauende und erhaltende Übungstätigkeit des Patienten dar.

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006

Im Strukturierten Dialog 2007 zum Erfassungsjahr 2006 wurden von 183 Krankenhäusern, die zur Stellungnahme aufgefordert waren, nach Abschluss des Strukturierten Dialogs 17 als qualitativ auffällig eingestuft. Für 102 Krankenhäuser erfolgt eine gezielte Beobachtung im Folgejahr.

Bewertung der Ergebnisse 2007

Die Gesamtrate der Patienten, die die geforderte postoperative Beweglichkeit von 0/0/90 erreichen, ist mit 78,2% gegenüber dem Vorjahr (74,7%) gestiegen, unterschreitet aber den Referenzbereich von mindestens 80%. Kritisch ist nach Ansicht der BQS-Fachgruppe die Spannweite von 0,0 bis 100,0%. Eine Klärung der auffälligen Ergebnisse im Strukturierten Dialog ist unverzichtbar.

Das Ergebnis zur Beweglichkeit nach Knie-TEP-Behandlung vor Entlassung aus der stationären Behandlung kann allerdings keine Aussage über das end-gültige funktionelle Ergebnis treffen. Dieses ist abhängig von weiteren Faktoren, wie z.B. dem Gewicht des Patienten, aber auch von der Qualität der Rehabilitationsbehandlung. Hierzu ist eine sektorenübergreifende Langzeitbeobachtung notwendig.

Zusammenfassend hält die BQS-Fachgruppe das Ergebnis weiterhin für auffällig und sieht besonderen Handlungsbedarf.