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Qualitätsziel
Niedrige Letalität Hintergrund des QualitätsindikatorsIn den 1990er-Jahren nahm die Sterblichkeit nach Lebertransplantation aufgrund verbesserter chirurgischer Techniken und immunsuppressiver Strategien kontinuierlich ab. Als Risikofaktoren für eine erhöhte Sterblichkeit nach Lebertransplantation gelten eine Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Transplantatempfänger und Organspender, ein akutes Leberversagen des Empfängers vor der Transplantation sowie das Alter von Spender und Empfänger (Burroughs et al. 2006). Ein verfahrensbedingter Einflussfaktor auf das Überleben ist die richtige Wahl des Transplantationszeitpunktes (Bramhall et al. 2001). Um bei begrenztem Organangebot diejenigen Patienten zu identifizieren, die am ehesten von einer Transplantation profitieren, wird in den USA seit 2002 der sogenannte MELD-Score (Model for End-stage Liver Disease, Wiesner et al. 2003) eingesetzt. Die Eurotransplant Foundation, die für die Vermittlung von postmortalen Organspenden in Deutschland zuständig ist, verwendet dieses Modell ebenfalls seit Ende 2006. Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006Auf der Basis der Ergebnisse der Bundesauswertung 2006 wurden drei Krankenhäuser zu einer Stellungnahme aufgefordert. Nach intensivem Dialog zwischen der BQS-Fachgruppe und den Transplantationszentren wurden zwei der Krankenhäuser als qualitativ unauffällig eingestuft. Das dritte Krankenhaus hat bereits konkrete Verbesserungen eingeleitet. Eine Kontrolle der Ergebnisse dieser Krankenhäuser wird auf Basis der Daten des Erfassungsjahres 2007 erfolgen. Bewertung der Ergebnisse 2007Die Gesamtrate der Krankenhaussterblichkeit nach Lebertransplantation betrug im Erfassungsjahr 2007 15,9%. Sie lag damit im Vergleich zu Daten des Europäischen Lebertransplantationsregisters ELTR mit einer 3-Monats-Letalität von 12% (www.eltr.org) im erwarteten Bereich. Das Ergebnis ist nach Auffassung der BQS-Fachgruppe Ausdruck einer guten Versorgungsqualität. Der Unterschied zu den wesentlich niedrigeren US-amerikanischen 3-Monats-Letalitätsraten von 6,8% (UNOS 2006) lässt sich nach Auffassung der BQS-Fachgruppe insbesondere auf das insgesamt größere Organangebot in den USA zurückführen. Dadurch kommen die Spenderorgane von durchschnittlich jüngeren Spendern, was einer höheren Organqualität entspricht, und auch die Patienten können früher und oft in einem besseren Gesundheitszustand transplantiert werden. Die Vergleichbarkeit der Ergebnisse mit dem Vorjahr ist dadurch eingeschränkt, dass die Organzuteilung durch Eurotransplant seit Ende 2006 anhand des MELD-Scores vorgenommen wird. Dadurch werden Patienten mit weiter fortgeschrittener Lebererkrankung zur Transplantation ausgewählt. Bei der Bewertung der großen Spannweite der Krankenhausergebnisse von 5,4 bis 50,0% ist zu beachten, dass unterschiedlich ausgeprägte patientenbezogene Risikofaktoren in den Berechnungen der Raten nicht berücksichtigt sind. Die Ursachen der auffälligen Ergebnisse von acht Krankenhäusern, die eine In-Hospital-Letalität von über 20% dokumentierten, werden im Strukturierten Dialog analysiert. |