Qualitätsziel
Möglichst viele Eingriffe mit intraoperativem Präparatröntgen nach präoperativer Draht-Markierung gesteuert durch Mammographie
Hintergrund des Qualitätsindikators
Nicht tastbare, nur mammographisch nachweisbare, abklärungsbedürftige Gewebeläsionen erfordern weitere diagnostische Maßnahmen bis zum Vorliegen eines definitiven pathologischen Befundes. Diese Läsionen müssen präoperativ durch möglichst exakte Platzierung eines Markierungsdrahtes eindeutig lokalisiert werden. Bei radiologischer Markierung muss das entfernte Gewebe unmittelbar nach seiner Entfernung geröntgt (Präparat-Radiographie) werden. Die Radiographie muss auch dem Pathologen zur Verfügung gestellt werden. Dieser Indikator bildet innerhalb der Versorgungskette wichtige Schnittstellen zwischen dem Operateur, dem Radiologen und dem Pathologen ab (Albert 2008, Kreienberg et al. 2008).
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Im Strukturierten Dialog auf der Basis der Daten des Erfassungsjahres 2006 wurden 174 Krankenhäuser mit auffälligen Ergebnissen zu Stellungnahmen aufgefordert. 73 Krankenhäuser haben Fehler in der Dokumentation angeführt. 21 Krankenhäuser begründeten die abweichenden Verhältnisse durch als unvermeidbar bewertete Einzelfälle. 78 Krankenhäuser räumten „keine Gründe, sonstige Gründe oder Mängel“ ein. Zwei Krankenhäuser begründeten ihre Ergebnisse mit dem besonderen Risikoprofil der Patientinnen.
21 Krankenhäuser wurden in den Arbeitsgruppen auf Landesebene auf Basis der Stellungnahmen als qualitativ auffällig bewertet. Weitere 101 Kranken-häuser sind zunächst als unauffällig eingestuft, eine Beobachtung im Folgejahr ist vorgesehen.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Die BQS-Fachgruppe bewertet die Ergebnisse für diesen Indikator als unzureichend: Nur in 91,2% aller Fälle mit präoperativer Drahtmarkierung wurde intraoperativ ein Präparatröntgen dokumentiert. 89 von 264 Krankenhäusern mit mindestens 20 radiologisch gesteuerten Draht-Markierungen erreichten den Referenzbereich von mindestens 95% nicht. Dabei haben sich die Ergebnisse zu diesem Indikator in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert (2004: 57,4%, 2005: 65,0%, 2006: 83,9%). Dies dürfte zum einen auf den Strukturierten Dialog und die Implementierung der deutschen Leitlinien zurückzuführen sein. Zum anderen hat die Vergangenheit gezeigt, dass die entsprechenden Datenfelder nicht immer korrekt interpretiert wurden, so dass die Abfrage für 2007 präzisiert wurde.
Die BQS-Fachgruppe sieht für diesen Indikator weiterhin besonderen Handlungsbedarf. Die Ergebnisse der BQS-Bundesauswertung 2007 erfordern also eine konsequente Fortführung des Strukturierten Dialogs und eine flächendeckende Implementierung der nationalen S3-Leitlinien (Albert 2008, Kreienberg et al. 2008). Darüber hinaus sollte auf Fachkongressen und Jahrestagungen die Versorgungssituation zu diesem Qualitätsindikator thematisiert werden. Eine Strategie zur flächendeckenden Implementierung des intraoperativen Präparatröntgens sollte gemeinsam mit den Fachgesellschaften erarbeitet werden.