Qualitätsziel
Möglichst viele Patientinnen mit immunhistochemischer Hormonrezeptoranalyse und HER-2/neu-Analyse bei invasivem Mammakarzinom
Hintergrund des Qualitätsindikators
Hormonrezeptoren ermöglichen die Stimulation des Zellwachstums im Brustdrüsengewebe durch Östrogen und Progesteron. Die routinemäßige immunhistochemische Bestimmung des Hormonrezeptorstatus im Tumorgewebe ist Standard für eine leitlinienorientierte Therapie. Bei hormonrezeptorpositiven Tumoren können gezielt antihormonelle Therapien eingesetzt werden (Early Breast Cancer Trialists’ Group 2005a).
In neueren Studien hat sich eine unterstützende Therapie mit dem Antikörper Trastuzumab für einen Teil der von Brustkrebs betroffenen Frauen im Hinblick auf Rezidivraten und Überleben als wirksam erwiesen. Voraussetzung für den Nutzen ist der definierte Nachweis (Überexpression bzw. Amplifikation) von HER-2/neu. Deshalb wird in den aktuellen Leitlinien die Bestimmung des HER-2/neu-Status als Standard beim primären Mammakarzinom gefordert (Albert 2008, Kreienberg et al. 2008).
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Die HER-2/neu-Analyse wird im Jahr 2007 erstmalig ausgewertet, es liegen also noch keine Daten aus dem Strukturierten Dialog vor.
Für die Hormonrezeptoranalyse wurden auf der Basis der Daten des Erfassungsjahres 2006 89 Krankenhäuser mit auffälligen Ergebnissen zu Stellungnahmen aufgefordert. 54 Krankenhäuser haben Fehler in der Dokumentation angeführt. 30 Krankenhäuser räumten „keine Gründe, sonstige Gründe oder Mängel“ ein. Fünf Krankenhäuser begründeten die abweichenden Verhältnisse durch unvermeidbare Einzelfälle.
Zwei Krankenhäuser wurden in den Arbeitsgruppen auf Landesebene auf Basis der Stellungnahmen als qualitativ auffällig bewertet. Weitere 45 Krankenhäuser stehen derzeit unter besonderer Beobachtung.
Der Datensatz wurde 2007 neu gestaltet, so dass die BQS-Fachgruppe mit einem zukünftigen Rückgang der Dokumentationsauffälligkeiten rechnet.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Bei 98,6% aller Patientinnen mit invasivem Mammakarzinom wurden die Hormonrezeptoren immunhistochemisch analysiert. 38 von 589 Kranken-häusern mit mindestens 20 Mammakarzinomen erreichen den Referenz-bereich nicht.
Die BQS-Fachgruppe sieht für diese Kennzahl bei einer insgesamt guten Versorgungsqualität keinen besonderen Handlungsbedarf. Aus ihrer Sicht reicht es aus, bei Krankenhäusern mit auffälligen Ergebnissen gezielt um Stellungnahme zu bitten.
Eine HER-2/neu-Analyse wurde bei 97,2% aller Patientinnen mit einer Primärerkrankung Brustkrebs durchgeführt. 85 von 578 Krankenhäusern mit mindestens 20 primären Mammakarzinomen erreichen den Referenzbereich nicht. Die BQS-Fachgruppe hält die Aufforderung von auffälligen Krankenhäusern zur Stellungnahme im Rahmen des Strukturierten Dialoges im ersten Jahr der Auswertung dieser Kennzahl für erforderlich. Die Versorgung ist vor dem Hintergrund, dass die HER-2/neu-Analyse in Deutschland als Standard in der Diagnostik bei Brustkrebs erstmalig in den aktualisierten Leitlinien 2008 aufgeführt ist, insgesamt gut. Diese Kennzahl kann einen wichtigen Beitrag für eine erfolgreiche Implementierung von neuen Leitlinienempfehlungen leisten.