Qualitätsziel
Möglichst viele Patientinnen mit Angabe des Pathologen zum Sicherheitsabstand
Hintergrund des Qualitätsindikators
Der Sicherheitsabstand eines Mammakarzinoms zum Resektionsrand bei brusterhaltender Therapie (BET) ist von prognostischer Bedeutung im Hinblick auf Rezidivraten. Dies gilt sowohl für invasive Karzinome als auch für das duktale In-situ-Karzinom (DCIS). Bei der Mastektomie kann der Sicherheitsabstand Hinweise auf eine eventuell erforderliche Strahlentherapie geben (Early Breast Cancer Trialists’ Group 2005b; Kreienberg et al. 2008).
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Im Strukturierten Dialog wurden 203 Krankenhäuser wegen auffälliger Ergebnisse bei BET bzw. 246 Krankenhäuser bei Mastektomie zu einer Stellungnahme aufgefordert. Ursächlich wurden häufig (96 bzw. 111) Fehler in der Dokumentation eingeräumt. 92 bzw. 116 Krankenhäuser räumten „keine Gründe, sonstige Gründe oder Mängel“ ein. 15 bzw. 18 Krankenhäuser begründeten die Abweichungen durch unvermeidbare Einzelfälle. Ein Krankenhaus begründete die Abweichung bei Mastektomie mit einem besonderen Risikoprofil.
Nach Analyse der Stellungnahmen im Strukturierten Dialog wurden 20 Krankenhäuser bezüglich BET und 23 Krankenhäuser bezüglich Mastektomie als qualitativ auffällig eingestuft. Weitere 134 bzw. 167 Krankenhäuser stehen derzeit unter besonderer Beobachtung.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Die BQS-Fachgruppe bewertet die Ergebnisse für diesen Indikator als unzureichend: In 92,9% aller Fälle mit BET und in 88,1% der Fälle mit Mastektomie wurde ein metrischer Sicherheitsabstand dokumentiert. 203 bzw. 207 Krankenhäuser mit mindestens 20 Fällen in der Grundgesamtheit erreichen den Referenzbereich nicht. Die Ergebnisse zu diesem Indikator sind aus methodischen Gründen nicht mit denen der Vorjahre vergleichbar, in der Tendenz konnten sie aber in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert werden (BET: 2003: 72,6%, 2004: 76,2%, 2005: 83,7%, 2006: 90,6%; Mastektomie: 2003: 58,1%, 2004: 64,6%, 2005: 75,1%, 2006: 85,8%). Diese Entwicklung kann auf einen konsequent fortgeführten Strukturierten Dialog, die nachdrückliche Implementierung der deutschen S3-Leitlinien und auf die Diskussion der auffälligen BQS-Daten auf verschiedenen Fachkongressen in den vergangenen Jahren zurückgeführt werden.
Da der Referenzbereich von mindestens 95% im Bundesdurchschnitt aber immer noch nicht erreicht wird, ist festzustellen, dass weiterhin besonderer Handlungsbedarf besteht. Weitere Anstrengungen sind erforderlich, um das angestrebte Qualitätsziel flächendeckend zu erreichen. Es muss das interdisziplinäre Gespräch unter Beteiligung der Pathologen gesucht werden.