Qualitätsziel
Möglichst viele Patientinnen mit Sentinel-Lymphknoten-Biopsie (SLNB) bei lymphknotennegativem (pN0) invasivem Mammakarzinom
Hintergrund des Qualitätsindikators
Beim frühen Mammakarzinom ist der Befall der axillären Lymphknoten selten, deshalb kann in diesen Fällen häufig auf eine klassische Operation der axillären Lymphknoten verzichtet werden. Stattdessen werden gezielt die Sentinel-Lymphknoten (SLN, auch Wächterlymphknoten genannt) markiert und entfernt. Diese sind die ersten Lymphknoten im Lymphabfluss eines Mammakarzinoms. Sind sie tumorfrei, ist davon auszugehen, dass auch die nachgeschalteten Lymphknoten tumorfrei sind. Sind sie allerdings befallen, muss aus therapeutischen Gründen die klassische axilläre Entfernung der Lymphknoten nachgeholt werden (Kreienberg et al. 2008). Vorteile der Sentinel-Lymphknoten-Biopsie (SLNB) sind weniger Nebenwirkungen bei gleicher Sicherheit.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Der Indikator Indikation zur SLNB wird im Jahr 2007 erstmalig ausgewertet, es liegen also noch keine Daten aus dem Strukturierten Dialog vor.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Eine Sentinel-Lymphknoten-Biopsie (SLNB) wurde durchschnittlich bei 71,2% der Patientinnen im Tumorstadium pT1 und mit freien axillären Lymphknoten (pN0) dokumentiert. Aus der Grundgesamtheit ausgeschlossen sind Patientinnen mit präoperativer tumorspezifischer Therapie, da es für diese Patientinnen noch keine abschließenden Empfehlungen im Hinblick auf die SLNB gibt. Die Spannweite zwischen den Kliniken beträgt 0,0 bis 100,0%. Das erst seit wenigen Jahren als Standard akzeptierte Behandlungsverfahren ist demnach noch nicht flächendeckend implementiert. 311 von 346 Krankenhäusern mit mehr als 20 Patientinnen in der Grundgesamtheit erreichen allerdings den Referenzbereich von mindestens 41,2%. Die BQS-Fachgruppe Mammachirurgie hat das 10%-Perzentil als unteren Grenzwert festgelegt, weil ausreichende Erfahrungen mit dem Indikator für einen fixen Referenzwert noch nicht vorliegen. Das Perzentil hat gleichzeitig den Vorteil, dass es Veränderungsdynamiken berücksichtigt: Da die SLNB in der Flächendeckung noch nicht vollständig implementiert ist, erscheint eine stete Anpassung des Referenzbereiches an die Versorgungssituation sinnvoll.
Die BQS-Fachgruppe sieht für diesen Indikator einen gewöhnlichen Handlungsbedarf: Die derzeitige Versorgung ist überraschend gut. Mit den auffälligen Krankenhäusern sollte ein Dialog geführt werden.