Qualitätsziel
Selten schlechte Transplantatfunktion bei Entlassung
Hintergrund des Qualitätsindikators
Die postoperative Nierenfunktion ist ein Indikator, der recht zuverlässig die Organüberlebenswahrscheinlichkeit vorhersagen kann, noch bevor es zu Abstoßungsepisoden kommt (Boom et al. 2000, UNOS 2006).
Der Anteil von Patienten mit funktionierendem Nierentransplantat nach postmortaler Organspende wird von den großen Transplantationsregistern mit 82 bis 91% nach einem Jahr angegeben (Agence de la biomédecine 2007, UNOS 2006). Bei Empfängern von Nierenlebendspenden liegt der Anteil funktionierender Transplantate nach einem Jahr bei 93 bis 96% (Agence de la biomédecine 2007, Eurotransplant International Foundation 2008).
Hariharan et al. (2002) analysierten die Daten von 105.742 Transplantationspatienten und konnten zeigen, dass ein Serum-Kreatinin-Wert von unter 1,5mg/dl sechs Monate nach der Transplantation mit einer 5-Jahres-Organüberlebensrate von etwa 80% assoziiert ist. Serum-Kreatinin-Werte von 2,6 bis 3,0mg/dl ergaben nur eine 5-Jahres-Überlebensrate von 55%. Unter den verschiedenen Nierenfunktionsbestimmungsmethoden sind eine Zunahme des Serum-Kreatinin-Wertes um mehr als 40% und eine Abnahme der Kreatinin-Clearance unter 45ml/dl die zuverlässigsten Prädiktoren für ein Transplantatversagen (Kasiske et al. 2001).
Die Nierenfunktion, gemessen an der Kreatinin-Clearance und dem Serum-Kreatinin-Wert, eignet sich damit gut zur Langzeitprognose und zur Steuerung des immunsuppressiven Therapieregimes.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Auf der Basis der Ergebnisse der Bundesauswertung 2006 wurden vier Krankenhäuser zu einer Stellungnahme aufgefordert. In allen Fällen erfolgte ein intensiver Dialog zwischen der BQS-Fachgruppe und dem Transplantationszentrum. Nach Prüfung wurden diese Krankenhäuser als qualitativ unauffällig eingestuft.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Die Gesamtrate der Patienten, die nach isolierter Nierentransplantation mit postmortal gespendetem Organ eine schlechte Kreatininclearance (<20ml/min) aufwiesen oder zum Zeitpunkt der Entlassung dialysepflichtig waren, lag bei 11,0%. Die Spannweite reichte von 0,0 bis 35,3%.
In der Gruppe der Patienten nach Transplantation bei Nierenlebendspende lag die Gesamtrate an Patienten mit schlechter Transplantatfunktion zum Zeitpunkt der Entlassung bei 4,5%. Die Spannweite reichte von 0,0 bis 50,0%.
Diese Ergebnisse sind nach Einschätzung der BQS-Fachgruppe Nieren- und Pankreastransplantation Ausdruck guter Behandlungsqualität.
Bei der Beurteilung der Ergebnisse zu diesem Qualitätsindikator ist zu berücksichtigen, dass sich eine initial eingeschränkte Transplantatfunktion im zeitlichen Verlauf nach der Transplantation verbessern kann und Patienten nach der Nierentransplantation zu unterschiedlichen Zeitpunkten entlassen werden. Die postoperative Verweildauer nach Nierentransplantation kann so möglicherweise Einfluss auf das Ergebnis haben.
Nur ein Krankenhaus lag mit seinem Ergebnis nach postmortaler Organspende im auffälligen Bereich, und zwei Krankenhäuser haben eine auffällige Behandlungsqualität nach Lebendorganspende dokumentiert.
Eine Analyse der auffälligen Ergebnisse wird im Strukturierten Dialog mit den Krankenhäusern durchgeführt.