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Qualitätsziel

1-Jahres-Überleben

Möglichst hohe 1-Jahres-Überlebensrate

Hintergrund des Qualitätsindikators

Das Überleben nach einer Nierentransplantation ist der wichtigste Ergebnisparameter zur Analyse der Transplantationsergebnisse, da er im Gegensatz zur Organüberlebenszeit auch die Resultate von therapiebedingten Folgeerkrankungen berücksichtigt. Einerseits ist eine ausreichende Immunsuppression für den langfristigen Transplantationserfolg entscheidend, andererseits birgt sie auch Risiken für das Patientenüberleben (EBPG Expert Group on Renal Transplantation 2002).

In den großen Registern liegen die nicht adjustierten 1-Jahres-Überlebensraten bei Transplantationen nach postmortaler Nierenspende zwischen 90,4% (Agence de la biomédecine 2007) und 95,7% (UNOS 2006). Bei den Transplantationen nach Nierenlebendspende liegen die 1-Jahres-Überlebensraten der Patienten zwischen 96,4% (Agence de la biomédecine 2007) und 97,9% (UNOS 2006).

Haupt-Todesursache für Organempfänger im ersten Jahr nach Transplantation sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen (26%) und Infektionen (24%). In den Folgejahren fällt der relative Anteil an Todesfällen wegen Infektionen auf 13 bis 15%, während die Zahl der durch bösartige Erkrankungen verursachten Todesfälle deutlich steigt (Cecka 1999, Dantal et al. 1998, McDonald et al. 2008).

Das Patientenüberleben ist als Qualitätsindikator geeignet, da es in hohem Maße von der Wahl der immunsuppressiven Therapie abhängt. So ging die Einführung des Ciclosporins beispielsweise mit einem deutlich besseren Überleben der Transplantatempfänger nach Lebendspende einher (d´Allessandro et al. 1995). Auch in den Analysen des United States Renal Data Systems (USRDS 2006) zeigt sich zwischen 1980 und 2003 eine jährliche Zunahme der Überlebensraten.

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006

Erfahrungen aus dem Strukturierten Dialog liegen noch nicht vor, da im Leistungsbereich Nierentransplantation erstmalig im Jahr 2007 eine Dokumentationspflicht für 1-Jahres-Follow-up-Daten für die externe vergleichende Qualitätssicherung bestand.

Bewertung der Ergebnisse 2007

Aus Gründen der Vergleichbarkeit werden die Follow-up-basierten Qualitätsindikatoren im Leistungsbereich Nierentransplantation nur für solche Krankenhäuser berechnet, die eine Follow-up-Rate von mindestens 90% erreicht haben. In diesen 14 Krankenhäusern betrug die 1-Jahres-Überlebensrate nach isolierter Nierentransplantation 95,1%. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse reichte von 89,8 bis 100,0%. Dies ist nach Einschätzung der BQS-Fachgruppe Nieren- und Pankreastransplantation Ausdruck sehr guter Behandlungsqualität im internationalen Vergleich mit den großen Transplantationsregistern.

Bei der Bewertung einzelner Krankenhausergebnisse ist zu berücksichtigen, dass die Weiterbehandlung der Transplantatempfänger nach Entlassung häufig im vertragsärztlichen Sektor erfolgt, so dass das transplantierende Zentrum ggf. keinen Einfluss auf das Behandlungsergebnis nach einem Jahr hat. Die BQS-Fachgruppe hat daher für diesen Indikator keinen Referenzbereich festgelegt.