Qualitätsziel
Häufig gute Transplantatfunktion ein Jahr nach Nierentransplantation
Hintergrund des Qualitätsindikators
Neben der Funktionstüchtigkeit ist die quantitative Funktion des Nierentransplantats ein bedeutendes Maß für den Transplantationserfolg. Salvadori et al. (2006) konnten zeigen, dass die Kreatininclearance ein Jahr nach Transplantation die größte Vorhersagekraft für die Nierenfunktion nach fünf Jahren besitzt. Darüber hinaus ist belegt, dass eine Funktionseinschränkung im ersten Jahr einen Risikofaktor für den Verlust des Nierentransplantats darstellt (First 2003, Hariharan et al. 2002).
Für die Funktionseinschränkung der Transplantatniere nach einem Jahr zeigt sich eine Assoziation mit einer verzögerten Funktionsaufnahme des Organs in der Woche nach Transplantation (Rodrigo et al. 2005, Salvadori et al. 2006). Risikofaktoren für eine Verminderung der Transplantatnierenfunktion sind außerdem das Auftreten von akuten und chronischen Abstoßungsreaktionen und das Alter des Transplantatempfängers (Salvadori et al. 2006). Dem Ablauf der Transplantation, der Auswahl der immunsuppressiven Therapie einschließlich einer konsequenten Einnahme der Medikation sowie der Qualität des Spenderorgans kommen daher eine entscheidende Bedeutung für die Langzeitprognose zu.
Quantitative Aussagen zur Nierenfunktion ein Jahr nach Transplantation finden sich im Gegensatz zur Rate funktionstüchtiger Transplantate in der Literatur seltener. Die Angaben für die mittlere Kreatininclearance liegen zwischen 50ml/min (Boom et al. 2000) und 80ml/min (Rodrigo et al. 2005).
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Erfahrungen aus dem Strukturierten Dialog liegen noch nicht vor, da im Leistungsbereich Nierentransplantation erstmalig im Jahr 2007 eine Dokumentationspflicht für 1-Jahres-Follow-up-Daten für die externe vergleichende Qualitätssicherung bestand.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Die quantitative Nierenfunktion ein Jahr nach Transplantation gilt als wichtiger Prognosefaktor für die langfristige Funktion transplantierter Nieren. In den Krankenhäusern mit einer Follow-up-Rate von mindestens 90% betrug die Gesamtrate der Patienten, die ein Jahr nach isolierter Nierentransplantation eine ausreichende Transplantatfunktion (Kreatinin-Clearance >20ml/min) aufwiesen, 92,4%. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse reichte von 85,7 bis 97,8%.
Nach Einschätzung der BQS-Fachgruppe Nieren- und Pankreastransplantation ist dieses Ergebnis Ausdruck guter Behandlungsqualität.
Da die Weiterbehandlung der Transplantatempfänger nach Entlassung häufig im vertragsärztlichen Sektor erfolgt, hat das transplantierende Zentrum ggf. keinen Einfluss auf das Behandlungsergebnis nach einem Jahr. Die BQS-Fachgruppe hat daher für diesen Indikator keinen Referenzbereich festgelegt.