Qualitätsziel
Möglichst oft ein angemessener „Mix“ der Therapieempfehlungen in Abhängigkeit von der Indikation
Hintergrund des Qualitätsindikators
Als Kriterium für einen Hinweis auf eine zu häufig gestellte Indikation zur Koronarangiographie kann man das Verhältnis therapeutischer zu diagnostischen Eingriffen analysieren. Dabei folgt man der Vorstellung, dass eine Diagnostik v.a. dann durchgeführt werden soll, wenn sich daraus eine therapeutische Konsequenz ergibt. Gemäß den Daten des amerikanischen SCAI-Registers lag das Verhältnis 1998 in den USA bei 31,9% (Sheldon 2001). In Deutschland lag 2002 dieser Anteil nach Datenlage des deutschen ALKK-Registers bei 30,3% (Gottwik et al. 2003).
Das QuIK-Register (Levenson et al. 2007) berichtet aus dem Jahr 2005 über folgende Verteilung der Therapieempfehlungen im niedergelassenen Bereich: keine Therapie 5,2%, PCI 29,2%, Bypass-Operation 11,6% und medikamentös 54%.
Bei Krankenhäusern, die Patienten zur Herzkatheteruntersuchung zu einem anderen Leistungserbringer verbringen, war es in den letzten Jahren zu einer Verfälschung der Raten dieses Indikators gekommen, da diejenigen Patienten, bei denen im Anschluss an den diagnostischen Herzkatheter interveniert wurde, häufig im intervenierenden Krankenhaus verblieben, also verlegt wurden. Seit 2006 ist die Grundgesamtheit dieses Indikators nur auf nicht verbrachte Fälle bezogen.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Im Strukturierten Dialog 2007 zum Erfassungsjahr 2006 wurde in 15 Bundesländern 25-mal im Strukturierten Dialog eine Stellungnahme angefordert. In keinem Fall bestand auch nach Abschluss des Strukturierten Dialogs eine qualitative Auffälligkeit. Allerdings wird zwölfmal im Folgejahr das Ergebnis gezielt nachkontrolliert.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Das Verhältnis von Koronarangiographien zu therapeutischen Interventionen (Koronarintervention bzw. herzchirurgischer Eingriff) ist im Jahr 2007 mit 39,6% ähnlich hoch wie 2006 (40,0%). Medizinisch ist die Spannweite von 2,7bis 84,3% nach Auffassung der BQS-Fachgruppe nicht erklärbar. Bei Werten unter 20% ist davon auszugehen, dass die Indikation zur Katheteruntersuchung zu großzügig gestellt wurde, während bei Werten über 70% eine zu großzügige Indikationsstellung zur Revaskularisation zu vermuten ist. Eine Klärung der auffälligen Sachverhalte im Strukturierten Dialog ist unverzichtbar. Im Dialog mit den wissenschaftlichen Fachgesellschaften sollte darüber hinaus angeregt werden, aktuelle Leitlinienempfehlungen hinsichtlich der Indikationsstellung zu präzisieren.