Qualitätsziel
Möglichst geringe Kontrastmittelmenge
Hintergrund des Qualitätsindikators
Die Gabe von Röntgenkontrastmitteln kann zu einer akuten Funktionsverschlechterung der Niere führen. Bei Überschreitung bestimmter Serumkreatinin-Grenzwerte spricht man von akutem Nierenversagen (ANV), ohne dass allerdings unbedingt eine klinische Symptomatik auftreten oder eine Hämodialysetherapie erfolgen muss. Pucelikova et al. (2008) definieren eine Kontrastmittel-induzierte Nephropathie (CIN) als Kreatininanstieg um 0,5mg/dl bzw. über 25% innerhalb der ersten zwei bis drei Tage nach Kontrastmittelgabe. Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz oder Nierenvorerkrankungen erhöhen das Risiko des Auftretens eines akuten Nierenversagens (Mixon & Dehmer 2003). Der QuIK-Report des Bundesverbandes niedergelassener Kardiologen (BNK) teilt mit, dass 2005 in den dokumentierenden Herzkatheterlabors im niedergelassenen Bereich durchschnittlich 87,8ml bei PCI verwendet wurden.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Im Strukturierten Dialog 2007 zum Erfassungsjahr 2006 wurde insgesamt elfmal im Strukturierten Dialog eine Stellungnahme angefordert. In keinem Fall bestand auch nach Abschluss des Strukturierten Dialogs eine qualitative Auffälligkeit. Achtmal wurde im Folgejahr nachkontrolliert.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Die Kontrastmittelmengen blieben im Median 2007 identisch mit 2006. Die Spannweiten sind jedoch z.T. erheblich. Bei mittleren Kontrastmittelmengen von 250ml oder mehr ist – abhängig von der Kreatinin-Clearance – mit gehäuften akut nephrotoxischen Nebenwirkungen zu rechnen. Es sollte im Dialog mit der wissenschaftlichen Fachgesellschaft angeregt werden, Empfehlungen zu medizinisch vertretbaren Grenzwerten in die Leitlinien aufzunehmen.