Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Der Strukturierte Dialog 2007 basiert auf den Daten von 2006. Dementsprechend bezieht er sich auf die dokumentierten Leistungen zur Dekubitusprophylaxe in den acht medizinischen Leistungsbereichen aus Unfallchirurgie, Orthopädie und Herzchirurgie.
Veränderung des Dekubitusstatus während des stationären Aufenthalts
In den indirekten Leistungsbereichen Unfallchirurgie und Orthopädie wurde der Strukturierte Dialog mit insgesamt 117 Abteilungen geführt. Davon gaben 19% der Abteilungen Dokumentationsmängel und 7% ein Patientenkollektiv mit hohem Risiko als Grund für die Auffälligkeit an. In 25% der Fälle wurden die entstandenen Dekubitalulzera als unvermeidbare Einzelfälle bewertet.
Mit sieben herzchirurgischen Krankenhäusern wurde für das Jahr 2006 ein Strukturierter Dialog geführt, da diese Krankenhäuser mit ihren Ergebnissen oberhalb des Referenzbereichs von höchstens 5,7% lagen. Nur in einem Fall wurde von Dokumentationsproblemen berichtet. Bei fünf Abteilungen wurden für die erhöhte Dekubitusinzidenz patientenbezogene Risikofaktoren verantwortlich gemacht. Als Beispiel wurden hohes Alter und schwere Begleiterkrankungen genannt. Es ist zu erwarten, dass die Risiken dieser Fälle durch die verbesserte Risikoadjustierung des Generalindikators Dekubitusprophylaxe ab dem Erfassungsjahr 2007 primär erkannt und adäquat bewertet werden können.
Neu aufgetretene Dekubitalulzera Grad 4
Im Strukturierten Dialog 2007 wurde die Einzelfallanalyse in 34 unfallchirurgischen bzw. orthopädischen Abteilungen geführt. In sechs Antworten wurden Dokumentationsprobleme angegeben. In 24 Stellungnahmen wurde die Komplikation mit besonderen Risikoprofilen oder als unvermeidbare Einzelfälle erklärt. Bei einem Patienten konnte durch die Einzelfallanalyse tatsächlich ein qualitativer Mangel in der Dekubitusprophylaxe aufgedeckt werden.
In der Herzchirurgie wurden neun Abteilungen zu Stellungnahmen aufgefordert. Bei vier Patienten lagen Dokumentationsprobleme in Form von Übertragungsfehlern und einer Fehleinschätzung vor. Bei fünf Krankenhäusern wurde die Entstehung eines Dekubitus 4. Grades mit schwerwiegenden Risikofaktoren der Patienten begründet. Hier wurden z.B. postoperative Reinfarkte, Kreislauf- bzw. Multiorganversagen und Lagerungseinschränkungen aufgrund einer Instabilität bzw. von Wundheilungsstörungen genannt. Die Krankenhäuser erläuterten mittels epikritischer Darstellungen nachvollziehbar die patientenbezogenen Risikofaktoren. In den Häusern fanden Einzelfallanalysen im Rahmen von Morbiditäts-/Komplikationskonferenzen statt. Die BQS-Fachgruppe Herzchirurgie akzeptierte die dargelegten Epikrisen als Erklärung für das Neuauftreten dieser Dekubitalulzera.