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Qualitätsziel

Erste Blutgasanalyse oder Pulsoxymetrie

Immer die erste Blutgasanalyse oder Pulsoxymetrie innerhalb von acht Stunden nach der Aufnahme durchführen

Hintergrund des Qualitätsindikators

Die Sauerstoffsättigung ist einer der wichtigsten Indikatoren, um eine schwere Verlaufsform einer Pneumonie zu erkennen und die Prognose einschätzen zu können (Meehan et al. 1997, AMA 2008). Die Bestimmung der Sauerstoffsättigung kann mittels Blutgasanalyse oder Pulsoxymetrie (unblutige Ermittlung der Sauerstoffsättigung durch die Haut) durchgeführt werden und soll innerhalb der ersten acht Stunden nach der Aufnahme vorgenommen werden (IDSA/ ATS 2007, Höffken et al. 2005).

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006

Im Strukturierten Dialog 2007 auf der Basis der Daten des Erfassungsjahres 2006 wurden 569 Krankenhäuser (70% der auffälligen Krankenhäuser) um eine Stellungnahme gebeten. In 157 Fällen (28%) wurden Dokumentationsprobleme als Ursache der Auffälligkeit angegeben. In 44 Fällen (8%) wurde der Verzicht auf die Durchführung der Maßnahme mit besonderen klinischen Situationen oder besonderen Einzelfällen begründet. 64% der Häuser, die um eine Stellungnahme gebeten wurden (365 Krankenhäuser), wurden nach dem Strukturierten Dialog als unauffällig eingestuft, die Ergebnisse werden im nächsten Jahr aber gezielt beobachtet. Als qualitativ auffällig wurden von den Landesgeschäftstellen 80 Krankenhäuser (14%) bewertet. In einer Reihe von Krankenhäusern wurden Pulsoxymetriegeräte für die Aufnahmeuntersuchung angeschafft, um die gestellten Qualitätsanforderungen zukünftig in jedem Fall erfüllen zu können.

Bewertung der Ergebnisse 2007

Die Gesamtrate ist im Vergleich mit den Vorjahresergebnissen um 9,3 Prozentpunkte gestiegen, im Vergleich mit den Ergebnissen des ersten Erfassungsjahres 2005 um knapp 17 Prozentpunkte. Dies zeigt eine anhaltende Verbesserung.

Das Ergebnis von 84,1% erreicht dennoch nicht den Referenzbereich von mindestens 95% und kann daher nicht als zufriedenstellend gewertet werden. Auch die Spannweite der Krankenhausergebnisse von 0 bis 100% weist auf mögliche Versorgungsprobleme hin.

Im Datensatz wird abgefragt, ob die Untersuchung innerhalb der ersten vier Stunden, innerhalb der ersten acht Stunden oder später bzw. überhaupt nicht durchgeführt wurde. Eine genaue Analyse zeigt, dass die Rate derjenigen Patienten, bei denen der Sauerstoffgehalt im Blut bei der Aufnahme gar nicht bestimmt wurde, von 19,0 auf 11,4% gesunken ist. Das betrifft aber immerhin noch rund 24.000 Patienten (2006: 38.300 Patienten), bei denen diese Untersuchung nicht durchgeführt wurde und daher keinerlei Auskunft über den Sauerstoffgehalt im Blut gegeben werden kann.

Die frühzeitige Bestimmung der Sauerstoffsättigung des Blutes ist ein unverzichtbarer und einfach durchführbarer Bestandteil der Aufnahmediagnostik. Es können Patienten erkannt werden, bei denen der Sauerstoffmangel allein durch das klinische Erscheinungsbild noch nicht erkennbar ist. Die BQS-Fachgruppe Pneumonie sieht daher bei diesem Indikator weiterhin besonderen Handlungsbedarf und empfiehlt, auf Fachkongressen das Erfordernis des flächendeckenden und frühzeitigen Einsatzes dieser einfach durchführbaren diagnostischen Maßnahme zu unterstreichen sowie weiterhin auf eine umfassende Implementierung der seit 2005 existierenden S3-Leitlinie von Höffken et al. hinzuwirken.