Qualitätsziel
Häufig antimikrobielle Therapie innerhalb der ersten acht Stunden nach der Aufnahme
Hintergrund des Qualitätsindikators
Eine antimikrobielle Therapie sollte so früh wie möglich eingeleitet werden, da ein verzögerter Therapiebeginn (später als acht Stunden nach Aufnahme in das Krankenhaus) mit einer erhöhten Letalität einhergeht (Empfehlungsgrad B lt. Höffken et al. 2005, IDSA/ATS 2007, AMA 2008).
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Im Strukturierten Dialog 2007 auf der Basis der Daten des Erfassungsjahres 2006 wurden 82 Krankenhäuser (73% der rechnerisch auffälligen Krankenhäuser) kontaktiert. Von 19 Krankenhäusern (23%) wurden die Auffälligkeiten mit Dokumentationsproblemen erklärt. 29 Krankenhäuser (35%) gaben besondere klinische Situationen als Begründung für die Auffälligkeiten an. 41 Krankenhäuser (50%) wurden aufgrund ihrer Stellungnahme als qualitativ unauffällig eingestuft, werden im nächsten Jahr aber gezielt beobachtet. Als qualitativ auffällig wurden von den Landesgeschäftsstellen elf Krankenhäuser (13%) bewertet.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Die Gesamtrate ist im Vergleich zu den Raten von 2006 um 1,9 Prozentpunkte gestiegen und weist auf eine insgesamt zufriedenstellende Versorgungsqualität hin. Auffällig ist jedoch weiterhin die hohe Variabilität in der Versorgung; einzelne Krankenhäuser haben dokumentiert, dass die Qualitätsanforderung nur in 10,6% der Fälle erfüllt wurde. Daher sollte im Strukturierten Dialog unbedingt geklärt werden, in welchen Fällen Krankenhäuser gehäuft auf eine frühzeitige antimikrobielle Therapie verzichten.