Logo + Home
 
   BQS Online    BQS Outcome    BQS Qualitätsindikatoren Datenbank

Qualitätsziel

Bestimmung der klinischen Stabilitätskriterien

Immer vollständige Bestimmung der klinischen Stabilitätskriterien vor der Entlassung

Hintergrund des Qualitätsindikators

Patienten, die in klinisch stabilem Zustand aus der stationären Behandlung entlassen werden, weisen ein niedrigeres Letalitätsrisiko auf. Ebenfalls ist eine stationäre Wiederaufnahme seltener erforderlich und diese Patienten erreichen häufiger das Aktivitätsniveau, das ihnen vor der Erkrankung möglich war (Halm et al. 1998, Halm et al. 2002, BTS 2004, Höffken et al. 2005). Die Bestimmung der sieben Stabilitätskriterien vor der Entlassung ist daher als unverzichtbarer diagnostischer Schritt anzusehen.

Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006

Im Strukturierten Dialogs 2007 wurden 602 Krankenhäuser (76% der auffälligen Krankenhäuser) um eine Stellungnahme gebeten. In 174 Fällen (29%) wurden die Auffälligkeiten mit Dokumentationsproblemen erklärt. 371 Krankenhäuser (47%) wurden als qualitativ unauffällig bewertet, werden aber im nächsten Jahr erneut kritisch beobachtet. In 92 Krankenhäusern (15%) wurden qualitative Auffälligkeiten festgestellt.

Einige Krankenhäuser haben angegeben, dass sie eine Messung der Atemfrequenz bzw. des Sauerstoffgehalts vor der Entlassung bei klinisch stabilen Patienten als nicht sinnvoll ansehen. Diese Einschätzung wird von der BQS-Fachgruppe Pneumonie als kritisch angesehen, da nicht jede Hypoxämie klinisch erkennbar ist und die geschätzte Atemfrequenz häufig von der tatsächlichen Atemfrequenz abweicht. Daher sollte hier im Strukturierten Dialog auf die Einhaltung der geforderten Standards hingewirkt werden.

Bewertung der Ergebnisse 2007

Das Gesamtergebnis liegt bei 64,4% und ist damit gegenüber dem Vorjahr um 12,6 Prozentpunkte angestiegen, verfehlt aber den Referenzbereich von mindestens 95% immer noch erheblich. Die BQS-Fachgruppe hält daher die Ergebnisse weiterhin für kritisch.

Wie im Jahr 2006 wurden insbesondere die spontane Atemfrequenz und die Sauerstoffsättigung in vielen Fällen nicht bestimmt (Atemfrequenz 84,9%, Sauerstoffsättigung 68,7%), wohingegen Blutdruck, Herzfrequenz, Temperatur, Bewusstseinszustand und die stabile Nahrungsaufnahme in 97,8 bis 100,0% der Fälle dokumentiert wurden.

Die BQS-Fachgruppe sieht bei diesem Indikator besonderen Handlungsbedarf. Im Strukturierten Dialog sollte auch mit Verweis auf die konsentierten Empfehlungen der S3-Leitlinie von Höffken et al. (2005) die regelmäßige Bestimmung der spontanen Atemfrequenz und der Sauerstoffsättigung vor Entlassung gefordert werden. Darüber hinaus sollte auch auf Fachkongressen das Thema einer angemessenen Entlassungsdiagnostik prominent platziert und diskutiert werden.