Qualitätsziel
Niedrige Letalität
Hintergrund des Qualitätsindikators
Die Pankreastransplantation stellt durch die Normalisierung des Glukosestoffwechsels eine ursächliche Therapie des insulinpflichtigen Diabetes mellitus dar, die neben der Verbesserung der Lebensqualität mit einer Besserung der diabetischen Folgeerkrankungen einhergeht (Bechstein 2001). Dem stehen operationsbedingte Krankheiten und Todesfälle sowie die Notwendigkeit der lebenslangen immunsuppressiven Therapie gegenüber.
Seit der ersten Pankreastransplantation 1966 haben sich die Überlebensraten von Patienten und Transplantat stetig gebessert. Im Langzeitverlauf haben dialysepflichtige Diabetiker heute nach kombinierter Pankreas-Nierentransplantation nicht nur erheblich bessere Überlebensraten als Nicht-Transplantierte, sondern auch mindestens ebenso gute wie isoliert nierentransplantierte Patienten.
In der perioperativen Phase ist dagegen mit einer Letalität und Morbidität bei kombinierter Pankreas-Nierentransplantation von 2 bis 3% zu rechnen (UNOS 2006, Schäffer et al. 2007), die höher sind als bei einer isolierten Nierentransplantation (Ojo et al. 2001, Schäffer et al. 2007).
Patientenbezogene Risikofaktoren für Todesfälle in der intra- und postoperativen Phase sind insbesondere das Alter und eine koronare Herzkrankheit (UNOS 2006, Troppmann et al. 1998). Neben der operativen Technik und der Ischämiezeit des Organs hat auch die Wahl der immunsuppressiven Therapie Einfluss auf die Überlebensraten der Transplantatempfänger (Burke et al. 2004).
Das Überleben nach einer isolierten oder kombinierten Pankreastransplantation kann damit als wichtigster Ergebnisparameter zur Analyse der Transplantationsergebnisse angesehen werden.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Erfahrungen aus dem Strukturierten Dialog liegen noch nicht vor, da für den Leistungsbereich Pankreas- und Pankreas-Nierentransplantation erstmalig im Jahr 2007 eine Dokumentationspflicht für die externe vergleichende Qualitätssicherung bestand.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Die Gesamtrate der Krankenhaussterblichkeit (In-Hospital-Letalität) nach Pankreas- oder Pankreas-Nierentransplantation lag im Erfassungsjahr 2007 bei 4,6%. Nach Einschätzung der BQS-Fachgruppe Nieren- und Pankreastransplantation ist diese Gesamtrate Ausdruck einer zufriedenstellenden Versorgungsqualität im internationalen Vergleich.
Die Spannweite der Ergebnisse reicht von 0,0 bis 50,0%. Sechs Krankenhäuser haben im Erfassungsjahr 2007 eine In-Hospital-Letalität von über 5% dokumentiert und liegen damit außerhalb des Referenzbereiches. Angesichts der sehr geringen Fallzahlen pro Krankenhaus in diesem Leistungsbereich können die Auffälligkeit eines Krankenhauses sowie die große Spannweite der Ergebnisse auch statistisch bedingt sein. Die BQS-Fachgruppe wird jedes der sechs Transplantationszentren im Rahmen des Strukturierten Dialogs kontaktieren, um Hinweise zu erhalten, ob es sich um eine rechnerische oder eine qualitative Auffälligkeit handelt.