Qualitätsziel
Selten Funktionsverlust des Pankreastransplantats
Hintergrund des Qualitätsindikators
Wichtigstes Therapieziel beim insulinpflichtigen Diabetes mellitus ist die normnahe Einstellung der Blutglukosekonzentration, da hierdurch Folgeerkrankungen der übrigen Organe, insbesondere der Gefäße, Nieren, Nerven und der Netzhaut, vermieden und teilweise sogar gebessert werden können (DCCT Research Group 1993).
Durch eine erfolgreiche Pankreastransplantation können Nüchtern-Blutzucker, HbA1C-Wert und Glukosetoleranz normalisiert werden. Das primäre Erfolgskriterium für die Transplantation ist daher die Insulinfreiheit.
Einflussfaktoren auf Transplantatüberleben und -funktion sind das Alter des Spenders (Andreoni et al. 2007, Sutherland et al. 2001, Tan et al. 2004) sowie insbesondere die Ischämiezeit des Organs im Rahmen der Transplantation (Drognitz & Hopt 2003, Humar et al. 2004, UNOS 2006). Ein wichtiger Faktor für das Transplantationsergebnis ist die Wahl der immunsuppressiven Therapie (Burke et al. 2004).
In den letzten zwanzig Jahren konnte eine Verbesserung des 1-Jahres-Transplantatüberlebens von 42 bis 60% (Prieto et al. 1987, UNOS 2006) auf über 85% (Andreoni et al. 2007, Drognitz & Hopt 2003, Schäffer et al. 2007) nach kombinierter Pankreas-Nierentransplantation erreicht werden.
Strukturierter Dialog zum Erfassungsjahr 2006
Erfahrungen aus dem Strukturierten Dialog liegen noch nicht vor, da für den Leistungsbereich Pankreas- und Pankreas-Nierentransplantation erstmalig im Jahr 2007 eine Dokumentationspflicht für die externe vergleichende Qualitätssicherung bestand.
Bewertung der Ergebnisse 2007
Die Gesamtrate der Krankenhausergebnisse an Patienten, welche nach Pankreastransplantation ohne Insulintherapie entlassen werden konnten, lag im Erfassungsjahr 2007 bei 80,0%. Im internationalen Vergleich erreicht die Rate an insulinfreien Patienten damit nicht die aus dem US-amerikanischen Transplantationsregister UNOS berichtete Transplantatfunktionsrate von 85% ein Jahr nach Transplantation (Annual Report 2006).
Die Spannweite der Ergebnisse reicht von 0,0 bis 100,0%. Acht Krankenhäuser haben im Erfassungsjahr 2007 ein funktionierendes Transplantat bei weniger als 80% der Patienten zum Entlassungszeitpunkt dokumentiert und liegen damit außerhalb des Referenzbereiches.
Angesichts der sehr geringen Fallzahlen pro Krankenhaus in diesem Leistungsbereich können die Auffälligkeit eines Krankenhauses sowie die große Spannweite der Ergebnisse auch statistisch bedingt sein. Die konkreten Ursachen für das auffällige Ergebnis dieser acht Krankenhäuser werden im Strukturierten Dialog analysiert.